Fotos sind ein sehr wichtiges Fenster in unsere Vergangenheit. Man könnte sie auch als mehr oder weniger gelungene ‘Fußspuren’ unserer Lebensgeschichte bezeichnen.
Immer wenn ich zu meiner lieben Omi fahre, bitte ich sie, ihre Fotoalben vor zu holen (Omi hat massig davon), um mir dann erzählen zu lassen, wie alles früher so war. Oft erinnere ich mich auch selbst, wenn ich die Fotos sehe. Mir fällt dann auf, dass ich schon lang nicht mehr an bestimmte Dinge gedacht habe & wenn, dann nur pauschal. Umso dankbarer bin ich für jedes einzelne Erinnerungsstück, das mir den Blick in die Vergangenheit erleichtert oder gar erst ermöglicht. Aus Erzählungen erinnert man sich grob an die Situation (wenn man Glück hat). Aber kaum an die Details. Bei der Betrachtung eines Fotos ergibt sich ein größeres Gedankennetzwerk & man kann sich sogar wieder an Gerüche, getragene Kleidung, längst vergessene Orte oder ähnliches erinnern. Der Wert von Erinnerungsfotos liegt also nicht in den sichtbaren Fakten allein, sondern auch darin was einzelne Details in unserem Kopf und Herzen wachrufen. Das fasziniert mich immer wieder. Umso dankbarer bin ich für jedes einzelne Fenster zu meiner Vergangenheit, das sich heute noch finden lässt.

Das linke Erinnerungsbild hat mir meine Omi aus ihrem Fotoalbum geschenkt. Ich habe es direkt gescannt, da die Negative leider nicht mehr existieren. Es zeigt meinen großen Bruder Mathias und mich im Garten meiner Großeltern (in Bestensee). Ich erinnere mich beim Betrachten des Bildes an den Geschmack von Liebesperlen und Zuckerbrause, mit denen uns Omi bei jeden Besuch überhäufte. Der Garten, welcher direkt am Wald lag, roch immer so schön nach Kiefer… Auf dem Foto sieht man, dass ich mir ein paar Tage zuvor die Haare selbst geschnitten habe, weil ich für den Berlinbesuch bei meinen Großeltern besonders schön aussehen wollte. Daran hätte ich mich ohne dieses Foto gar nicht mehr erinnert. Außerdem fiel mir wieder ein, dass mir mein lieber großer Beschützer-Bruder zu der Zeit immer noch die Schleifen gebunden hat. - Das rechte Foto stammt aus dem Jahr 2002 von meinem kleinen Bruder Marius und mir. An diesem Tag bekam ich offiziell mein Abiturzeugnis überreicht. Gott, bin ich dankbar für die genialen Erinnerungsfotos von diesem Tag, die Christian für mich gemacht hat. Wenn ich mich entscheiden müsste, was ich aus meiner brennenden Wohnung retten möchte, dann wären es definitiv meine Fenster zur Vergangenheit :).
P.S.: @ Tommi: Dankeschön für die Bilder aus unseren Kindheitstagen! Du weißt gar nicht, was für eine Freude du mir damit bereitet hast!! Ich wünsche euch allen einen schönen Osterausklang. (me)